Life in Translation
19. Juli 2010 von admin
Ruanda, Afrika - das heißt neue Umgebung und andere Kultur. Dazu kommt, dass das Wetter völlig verschieden ist und man auch ganz andere Sachen isst.
In Europa und in Deutschland scheint dagegen alles bekannt, langweilig. Ich war in Frankreich, Italien, Österreich, Tschechien - diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen. In Mecklenburg-Vorpommern war ich allerdings noch nie. Ok zweimal bin ich mit dem ICE durchgefahren. Allgemein habe ich das Gefühl, viele Regionen in Deutschland nicht wirklich zu kennen. Das gilt, auch wenn ich drei Jahre in Erfurt studiert habe, insbesondere für die neuen Bundesländer. Höchste Zeit also für eine Entdeckungstour.
Genau das war einer der Gedanken hinter “Ost in Translation”, einer Reise, die mich in der letzten Woche zusammen mit zwei Freunden aus alten Erfurter Tagen durch alle fünf Bundesländer führte - von Thüringen bis an die Ostsee. Unser Ziel war es dabei ganz einfach zu entdecken, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und einen Eindruck zu bekommen, wie es sich im Osten der Republik so lebt. Dabei ging es uns nicht darum, alte Klischees und Vorurteile abzufragen oder wieder aufzuwärmen.
Warum ich das hier schreibe, in einem Blog, der vorgibt, sich um Ruanda und fremde Kulturen zu drehen? Ja, ich gebe zu, Elefanten, Malariamücken und interessante Tänze haben wir nicht erlebt. Und doch habe ich vieles erfahren, das mich an Afrika erinnert hat. Eine Sache, die man oft hört, wenn es um “fremde, exotische Länder” geht, ist die Gastfreundschaft. Wenn man das einfach mal herausfordert und in Deutschland versucht? Wir haben die meiste Zeit bei Leuten übernachtet, die wir nur lose, gar nicht oder nur über dritte kannten. Wir haben Menschen getroffen, die uns ihre Wohnung gezeigt haben und wir haben mit Menschen gesprochen, die uns von ihrem Leben und ihren Gedanken erzählt haben. Dafür war es nicht notwendig, eine neue Sprache zu lernen und wir konnten in Supermärkten einkaufen, die genauso aussahen wie in unseren Heimatstädten. Und dennoch hatte ich oft das Gefühl, ein unbekanntes Land zu bereisen. Eine interessante Zeit, die oft Momente hatte, die ähnlich intensiv waren, wie das, was ich in Ostafrika erlebt habe. Und das in einem Land, das einem bekannt und dann auch langweilig vorkommt - eine Frage der Perspektive.
Hier könnt ihr nachträglich mitreisen.







